Kommunität Imshausen

Ora et labora - Sommergemeinschaft für junge Erwachsene

Ist es der Boden, ist es die Luft, ist es der Geist? Manche Orte sind besonders. Zu ihnen gehört der Tannenhof der Kommunität Imshausen. Vielleicht ist es die Gabe, den Herausforderungen der Zeit durch gemeinsames Gebet ins Auge zu blicken. Noch heute steht das große Kreuz oberhalb des Hofes zwischen den Wiesen und Feldern. Es erinnert an Adam von Trott, der an dem Anschlag gegen Hitler am 20. Juli 1944 beteiligt war. Seine Schwester Vera von Trott gründete die Kommunität.

Die zehn Brüder und Schwestern freuen sich immer wieder über Gäste, die den klösterlichen Alltag mit ihnen teilen. Bei der Sommergemeinschaft sind junge Erwachsene eine Woche lang eingeladen im Rhythmus von Arbeit und Gebet - ora et labora - zu leben. Gemeinsam nähern sie sich Themen wie "Grenzen" oder "Stehen". Dazu gehören natürlich auch Spiele, Lagerfeuer, ein Ausflug und das Abschlussfest mit Aufführungen und Liedern. "Für diesen Sommer stehen Renovierungsarbeiten an", sagt Schwester Hannah. "Orientierung" wird das Thema dieses Jahr sein. "Dies können Menschen oder auch Werte sein", so Schwester Hannah. Dazu wolle man wieder einen Zeitzeugen für ein Gespräch einladen. Bei der Sommergemeinschaft 2004 erzählte die inzwischen verstorbene Schwester Fides aus ihrem Leben. Auf die Frage zu ihrer Entscheidung zum kommunitären Leben sagte sie, es sei nicht Sicherheit gewesen, sondern eine sehr persönliche Sache. "Man hat tief in sich einen kleinen Mahner sitzen, einen realen Kern, der einem manchmal eine Orientierung gibt und einem klar sagen kann: das ja und das nein. Die Frage ist, kann ich mein Ohr wach halten, um auf diesen Mahner zu hören." Der habe eines Tages gesagt: "So, hier ist Schluss, geh da weiter! Das war im Grunde eine Frage des Gehorsams. Ich gehorche Gott, aber nicht dem Gott, der da im Himmel sitzt, sondern dem, der auch in mir seine Anwesenheit und seine Realität geltend macht." Diesem auf die Schliche zu kommen, sei ein Lebensprozess.

2009 verständigten sich die Teilnehmer aus Deutschland, Sibirien, Frankreich und Tschechien auch auf Englisch. "2010 haben wir alle mit Walja ein wenig Russisch gelernt", so die Teilnehmerin Larissa Jäger. Was die Sommergemeinschaft für die Studentin aus Leipzig bedeutete, schrieb sie in das gemeinsame Tagebuch der Sommergemeinschaft 2010: "Öffnung hin zu Gott, zu neuen Menschen und Gedanken an einem Ort, der atemraubend schön ist; ein sommerlicher Mix aus Stille, intensiven Gesprächen, Singen, tatkräftiger Arbeit mit beiden Händen und viel Spaß mit anderen jungen Erwachsenen aus aller Welt. Die Woche ist viel zu schnell vorbei - aber es bleibt noch viel mehr im eigenen Alltag bestehen, was wirklich trägt."

Nicolaus Raßloff

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