Kommunität Imshausen

Warum ich mich in Imshausen so wohl fühle!

Beim Schreibkurs im Mai 2012 stellte die Leiterin den TeilnehmerInnen u. a. folgende Aufgabe: "macht jetzt einmal einen ca. 20 - minütigen Spaziergang in die Umgebung, schaut euch um und schreibt dann auf, was ihr gesehen habt oder euch eingefallen ist. In einer Stunde treffen wir uns wieder und hören uns die Ergebnisse an."
Ich wusste gleich, wohin ich gehen und worüber ich schreiben würde: mein Ziel würde der Hügel oberhalb des Tannenhofes sein, auf dem der Gedenkstein und das Gedenk-Kreuz für Adam zu Trott stehen, und ich würde versuchen, mir ein wenig Rechenschaft darüber zu geben, warum ich so gern auf dem Tannenhof bei der Kommunität bin.
Ich suchte mir auf dem Hügel zunächst einen von der Sonne vorgewärmten Stein, setzte mich darauf und schaute zunächst in die wellige, frühsommerlich begrünte Landschaft, beobachtete die Insekten um mich herum und notierte mir als Antworten auf die Frage, die ich mir selbst gestellt hatte.
Es sind

  • die Freundlichkeit der Aufnahme auf dem Tannenhof; man fühlt sich gleich als willkommener Gast und ganz anders als an der Rezeption eines Hotels;
  • das sorgfältig vorbereitete Zimmer, in das man eingewiesen wird, immer mit frischen Blumen (oder Zweigen) geschmückt und auch mit einem Bildband oder Ähnlichem als geistigem und geistlichem Impuls;
  • die Offenheit des Hauses - es gibt fast keine verschlossenen Türen! Ein Symbol für den Geist des Hauses;
  • die gelebte Frömmigkeit, in die man sich einfach eingliedern und alle kritischen Gedanken fallen lassen kann, traditionsgebunden, aber doch frei;
  • der dadurch gegebene feste Rahmen für den Tagesablauf, der nicht nötigt oder gar zwingt, sondern einlädt zum Sich-Einfügen;
  • die Schlichtheit des Lebensstils, die zeigt, was alles man eigentlich nicht braucht, aber doch alles Notwendige enthält, geschmackvoll und (wohlschmeckend) gestaltet, ein Lebenszuschnitt, der auch festliche Höhepunkte erlaubt wie z.B. den "Empfang des Sonntags" am Samstagabend;
  • das historische Bewusstsein: das Gedenken an Adam von Trott. Wie oft mag er hier gesessen, über sein Engagement und die Gefahren im Widerstand gegen Hitler nachgedacht oder einfach die Schönheit und Ruhe der Landschaft genossen haben;
  • und natürlich die Begegnung mit den Menschen innerhalb der Kommunität und auch den Gästen, die dort immer anzutreffen sind ...

Dies alles und manches mehr sind die Gründe dafür, dass ich mich in Imshausen so wohl fühle.

Traugott Linz, Melsungen, 31.5.2012

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