Erlebnisbericht über das Seminar "Autobiographisches Schreiben"
vom 12. - 14. November 2010 mit Dr. Margit Inka Postrach

Wie aufschlussreich der eigene Name ist, wenn es darum geht, einen Zugang zum autobiographischen Schreiben zu finden, davon konnten wir - 8 schreib-beflissene Damen und ein Herr - uns gleich am ersten Abend des Seminarwochenendes überzeugen. Nachdem die Referentin uns mit einer sehr spannenden Einführung in die Grundlagen und Voraussetzungen zum autobiographischen Schreiben vertraut gemacht hatte, sah sich jede/r von uns - eh wir`s uns versahen -- vor die Aufgabe gestellt - mit dem Schreiben zu beginnen.

Mit Sätzen der Referentin im Hinterkopf wie: "Liebe zu sich selbst ist der Anfang aller Poesie" oder "Autobiographien sind kein Privileg für Prominente und Poeten" oder "Jedes Leben ist erzählenswert", sammelten wir alles, was uns zur Geschichte oder an Assoziationen zum eigenen Namen einfiel und versuchten uns an einem kleinen eigenen Text zu diesem Topos. Aus dem geplanten exemplarischen Austausch über das Verfasste wurde eine anregende, Vertrauen stiftende Vorstellungsrunde eigener Art, die auf spielerische Weise den Zusammenhalt und die Zielorientiertheit der Gruppe für das ganze gemeinsame Wochenende schuf. So verband sich auf spannende Weise die Einführung in eine Methode des Schreibens mit eigener Praxis, ein methodisches Vorgehen, das dem gesamten Wochenende zugrunde lag.

Wir erhielten eine Fülle von Anregungen, lernten einzelne, methodische Schritte, die den Weg zu kreativem und szenischem Schreiben aufzeigten, und wurden dann sofort ermutigt, die Theorie umzusetzen und eigene kleine Erzählungen oder Episoden aus der Kindheit zu verfassen.

Wieder empfanden wir den Austausch unserer "Erstlingswerke" so aufregend und spannend, dass die Referentin ganz souverän und flexibel von ihrem vorbereiteten Konzept abwich, um uns ausreichend zu Wort kommen zu lassen. So erhielten wir eine Ahnung davon, was es heißt, im biographischen Schreiben die "Deutungshoheit über das eigene Leben" zu beanspruchen und sie in ersten, winzigkleinen Ansätzen zu verwirklichen.

Durch dieses "Raum geben" konnte Inka Postrach dann allerdings am Sonntagvormittag uns nur noch stichwortartig aus der Fülle des vorbereiteten Materials das weitergeben, was ihr unabdingbar schien; am Gottesdienst, der sich erfreulich in das Gesamtkonzept des Wochenendes einfügte, wollten schließlich alle teilnehmen. Das alles hatte zur Folge, dass die Gruppe einhellig den Entschluss fasste, die Referentin um eine Fortführung und Vertiefung des Seminars "Autobiographisches Schreiben" im neuen Jahr zu bitten, einer Bitte, der sie gerne entsprach. Beauftragt mit "Hausaufgaben": dem Erstellen einer Zeitschiene des eigenen Lebens, der Anfertigung eines Personenportraits und/ oder eines literarischen Panoramas, verabschiedeten wir uns sehr zufrieden bis zum Folgeseminar vom 27. - 30 Januar 2011.

Bei ausreichendem Interesse kann dieses Seminar erneut angeboten werden. Bitte setzt Euch gegebenenfalls mit der Kommunität in Verbindung.


Hannah Schwarz-Richter


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